Das Chaos der letzten Wochen lichtet sich zusehends, das ist eine wirkliche Erleichterung. Da ich mich in jener Zeit, doch wieder ausgesprochen viel um die Vergangenheit gekümmert hatte, wenngleich unfreiwillig, dann hatte ich soeben mal einen Blick auf die Zukunft gerichtet. Das mache ich selten, weil es meist sinnlos ist; was nicht heißt, dass ich keine Ziele habe. Doch meine aktuellen Ziele sind einfach, eine Trauma-Spezialistin finden, Trost finden, und ein paar Fotos, welche ich in den vergangenen Jahren gemacht habe, wiederholen.
Sonst fühle ich mich im Moment recht wohl. Meine Augen sind ein wenig müde, und meine Grundhaltung auch, aber ich habe viele Menschen, an die ich Hoffnung geknüpft hatte, einfach losgelassen, zumindest habe ich mich deutlich distanziert. Da waren ein paar Bekannte beziehungsweise Verbindungen auf Facebook, die ich beendet hatte, und so eben. Aber ich bin indirekt vorgegangen. Ich habe niemanden angeschrieben und gemeint, unser gemeinsamer Weg ist vorbei. Nein, ich habe nur die Möglichkeit eingeschränkt mich zu erreichen. Heißt im Klartext, ich habe WhatsApp gelöscht und meine Festnetz-Telefonnummer deaktiviert. Das meine ich damit, die Hoffnung aufgegeben. Es kommt ja nichts von diesen Menschen, warum noch länger warten? Meinen körperlichen und psychischen Wohlbefinden tut das gut. Mal sehen, ob diese Haltung auch Platz für Neues schafft.
Es ist eigentlich amüsant, die interessantesten Leute, die ich in den letzten Jahren getroffen hatte, waren alle Patienten in einer Psychiatrie. Es scheint doch ein Riss zu sein, zwischen der Welt der sogenannten Gesunden und der unsereins. Hm. Es ist ist nun aber einfach so, wie mit den Haustüren in Kanada. Dokumentarfilmer Michael Moore hatte dies in einem seiner Filme gezeigt. Viele Jahre stand meine Haustüre weit offen. Nun ist sie geschlossen, aber nicht abgeschlossen.