Ein bisschen traurig bin ich nun gerade schon. Also, aus verschiedenen Gründen, wie es scheint. Leben heißt Veränderung, und Veränderung heißt loslassen.
Nachdem ich nun ein paar Monate auf Facebook nicht aktiv war, und auch mein Profil in dieser Zeit deaktiviert hatte, war ich gestern mal wieder dort onlnie. Und heute macht sich diese deutliche Traurigkeit bemerkbar. Vielleicht Zufall, aber ich glaube nicht. Okay, Antonia hatte mir in einem Brief erzählt gehabt, dass ihr Sohn vor geraumer Zeit mit vierzehn Jahren an Krebs verstorben sei, … das schwingt natürlich noch durch mein Bewusstsein, aber es ist mehr… es sind die vielen alten Bekannt- und Freundschaften, welche durch Facebook eine Wiedergeburt erfuhren, und nun, wie sich herausstellt, nichts mehr wert sind. Nun gut, ich bin gegangen, ohne mich zu verabschieden. Und als ich das letzte Mal auf der Schwäbischen Alb war, war mein Leben auch eine Katastrophe und entsprechend hatte ich mich verhalten … aber es ist mehr. Es sind einfach tiefe, indirekte Verletzungen, andauernd diskriminiert, stigmatisiert und ignoriert zu werden, schlimmer noch: andauernde Unterstellungen. Es geht gar nicht so sehr darum, dass sich niemand für das Schicksal der anderen interessiert, das ist ja normal, man kann sich nicht für alle interessieren, wer kann das? Aber wenn man dann erfährt, dass die breite Masse an einem Ort, an dem man einige Jahre verbracht hatte, denkt, dass man auf Drogen hängen geblieben ist, nur weil man mit einer Anpassungsstörung in Form einer Depression auf die Krebserkrankung der eigenen Mutter reagiert, und mehr noch, dann schizoaffektiv wird, weil es zu viel wird, dann ist das sehr schlecht. Natürlich hatte ich Alkohol missbräuchlich getrunken und gekifft, und die ein oder andere Droge probiert, aber die Frage ist doch, warum denn war das in dem Maß nötig?
Na ja. Was soll ich sagen? Nun schreibe ich hier unter Pseudonym, und lasse meinen Frust über die Gesellschaft heraus, was mich zusehends umso mehr frustet, denn ich mache das, warum? Um sie zu schützen. Indirekt. Also, meinen Adoptivvater und und meine Geschwister. Sie leben an einem Ort, wo man sich sowas irgendwie nicht leisten kann. Vielleicht wird es doch Zeit, meinen Namen offiziell zu ändern. Dachte eigentlich, das Thema wäre vom Tisch. Aber wie es scheint, hat es nur Anlauf genommen.