Okay, manchmal wird man getriggert in die Richtung, dass man wieder gedanklich und emotional in eine stressige und ausweglose Situation gerät, die man einmal kurz oder länger durchzustehen hatte, in der man quasi die Opferrolle inne hatte, wenn man so will …. und manchmal, ja manchmal, eigentlich noch schlimmer, wird man in die andere Richtung getriggert, nämlich in eine selbst herbeigeführte, für andere ausweglose Situation geschaffen zu haben, also, Klartext: in der man die Täterrolle inne hatte.
Kurioserweise hatte ich heute beides nacheinander. Es ging um einen Vorfall, der sich in einem Freibad abgespielt hatte, und in welchem ich eine Mitschülerin auf übelste Weise anging.
Es ist wahr, sexuelle Übergriffe haben wohl wenig mit sexueller Energie zu tun. Es ist sonderbar, es ist nur ein Gefühl, welches ich beschreiben kann; nicht falsch verstehen bitte, an das Szenario kann ich mich deutlich erinnern… nur nicht mehr an mein Gefühl, bevor ich diese Schandtat begangen hatte.
Sehr merkwürdig.
Es war nicht der einzige Vorfall in dieser Hinsicht, allerdings der, mit der unfassbarsten Härte. So zumindest stelle ich mir das Empfinden meiner damaligen Mitschülerin vor. Ich sehe sie, wie sie sich danach distanziert, also davon geht. Und ich weiß noch, ich hatte den Eindruck, sie war nicht emotional verletzt – vielleicht war sie auch noch schockiert -, sondern ich empfand sie als empört.
Noch einmal zurück zur sexuellen Energie, irgendwie passt die Aussage nicht so ganz. Ich empfand T. als reizvoll, aber ich hatte nicht versucht, sie näher kennenzulernen. Dennoch kann ich mich nicht daran erinnern, dass mich der Übergriff erregt oder befriedigt hätte. Ich hatte die Idee aufgeschnappt, diese eigenverantwortlich in die Tat umgesetzt, und mich und sie dabei beobachtet, ohne größere Aufregung, möglicherweise nur angestachelt durch Neugier.
Vor ein paar Minuten, als ich das alles noch einmal durchspielte, und meine Verzweiflung greifbar wurde, fiel mir auf, dass ich nicht sie um Verzeihung bitten muss, sondern insbesondere ich mich selbst. Die schwerste Aufgabe.
Jedenfalls, falls du das liest, aus tiefstem Herzen bitte ich dich um Verzeihung.